| Endspiel (Beckett feat. Rimbaud) |
Beckett feat. RimbaudEigenproduktion frei nach Samuel Beckett und Arthur Rimbaud
Das ‚Sichtbarmachen’ war unser Hauptthema auch in unserem aktuellen Theaterprojekt 2010: Was befindet sich hinter dem Schein? Was hinter der intakten Fassade? Mit welcher Tragik sind wir regelmäßig konfrontiert? Aber auch: Worin besteht die Komik hinter dem Tragischen? Wo ist die Hoffnung, die man im Dickicht einer Komplikation nur suchen muss? Im Mittelpunkt unserer theatralen Arbeit steht die Bühnenpräsenz der schauspielenden Schüler und Schülerinnen. Wir wollen lernen, uns nicht an Text, Kleidung oder Kulissen ‚festzuhalten’, sondern den Moment mit den Zuschauern zu genießen und „im Stande zu sein“, alleine die leere Bühne zu füllen und dabei keine Scheu zu haben, auch komödiantisch zu agieren. Daher verzichten wir weitgehend auf Requisiten und konzentrieren uns auf den jeweiligen Schauspieler und die Interaktion untereinander. ![]()
TheaterkritikAm Ende mit Beckett Drei alte Leuten wollen ihr Leben nur noch zu Ende bringen und haben sich damit abgefunden, dass die beste Zeit des Lebens bei ihnen schon seit langem vorüber ist. Sie verbringen ihre Zeit im Sitzen und beklagen die Zeit, bedauern, dass es keine Natur, kaum noch Tiere und fast gar keine junge Menschen mehr gibt. Sogar Gott hat diese Welt verlassen. Unter – wieder einmal- fulminant und perfekt eingesetzter Beleuchtungs- und Tontechnik (hier hat die Crew des COG dem Fortschritt wie selbstverständlich Bahn geschaffen!) wurde das beeindruckend präzise Spiel der beiden Hauptdarsteller, ergänzt von ihren beinlosen Mitmenschen im Einkaufswagen, von einem schwarz gekleideten Stimmen- und Pantomimen-Chor eingerahmt. Der schwelgte in den schönen, todesssüchtigen, in die Headsets gesprochenen Versen Rimbauds, unterlegt, manchmal überlagert von Songeinspielungen, die man nicht immer mit dem gesprochenen Text koordinieren konnte. Clov spricht aus seiner Rollstuhl-Gefangenschaft heraus (schöner Regieeinfall!) ausdrucksvoll und klar ("Du bist entlassen"), sein Versorger Hamm umtanzt ihn in (endlich einmal) präziser, musikalisch gekonnter Lebendigkeit. In ihrem Gegensatz sind sie aufeinander angewiesen, sollten sich entsprechen, was jedoch die Rätsel des Textes nicht auflöst. Muss es ja auch nicht, quia absurdum... |